Im rauen Erzgebirge des 19. Jahrhunderts, nahe der böhmischen Grenze, liegt ein Dorf, gezeichnet von Armut und Hoffnungslosigkeit. Die mächtige Verlegerfamilie Martin und Sophie Seidelmann hält die Weber in eisernem Griff – ihr Alltag ist Ausbeutung und Entbehrung. Und doch flackert im Verborgenen ein Funke Widerstand. Denn tief in den Wäldern geht ein geheimnisvolles Wesen um – das Buschgespenst. Für die einen ist es ein Retter in dunkler Stunde, für die anderen ein Vorbote des Unheils. Die Polizei jagt es als Verbrecher, doch seine wahren Motive liegen im Verborgenen. Als das junge Liebespaar Engelchen und Eduard in den Strudel eines erbitterten Konflikts mit Firmen-Junior Fritz Seidelmann gerät, zerbricht ihre scheinbar heile Welt. Zwischen Liebe und Loyalität, Mut und Verzweiflung stehen sie vor Entscheidungen, die ihr Schicksal besiegeln könnten. Während Eduard gefährliche Wege einschlägt, ringt Engelchen mit ihrem Gewissen – und das Buschgespenst zieht die Schlinge aus Gefahr und Täuschung immer enger. Ein Hoffnungsschimmer keimt erst auf, als der rätselhafte Detektiv Arndt die Spur des Gespensts aufnimmt. Doch was als Rettung beginnt, entpuppt sich als Spiel mit der Vergangenheit – denn zwischen ihm und dem alten Seidelmann liegt ein dunkles Geheimnis.
In diesem packenden Roman von Karl May verschmelzen Abenteuer und Heimatliebe zu einem mitreißenden Drama: voller Spannung, unerwarteter Wendungen und tief empfundener Menschlichkeit. May verlegte diese Erzählung weder in einen imaginären Orient noch in die Weiten des Wilden Westens, sondern situierte sie im Erzgebirge. Er spricht von dem Landstrich, aus dem er stammt, und das ist unüberhörbar. Seine Worte zeugen von genauer Vertrautheit und inniger Zuneigung zu den Menschen dieser Region.