„Das Eduard-von-Winterstein-Theater setzt auch mit dieser deutschen Erstaufführung ganz hohe Maßstäbe: ein bejubelter Ensemble-Triumph, eine starke Orchesterleistung unter Dieter Klug, ein cooles Sittenprotokoll von Regisseurin Vera Nemirova. […] Als Dorian Gray wächst Richard Glöckner über sich hinaus. […]“
orpheus Magazin | Roland H. Dippel | 20. April 2026
„[…] Für diese wählte der Dirigent Dieter Klug die in dem kleinen Theater imponierend üppig klingende kleinere Orchestration. Durch zusammengelegte Parts exponierter Instrumente wurde das für einige Musiker zum konditionellen Härtetest. Harfe und Schlagwerk saßen in den Proszeniumslogen. Die Erzgebirgische Philharmonie Aue erwies sich als brillanter Teamplayer für höchst anspruchsvolle Aufgaben und dramatische Pointierung. […] Es dürfte schwerfallen, ein derart aktives, sensibles und intensives Ensemble zu finden wie im Eduard-von-Winterstein-Theater. […] Pullingers Vision eines Dorian Gray zwischen Himmel und Hölle wird so zum erotischen Sachreport der digitalisierten Gesellschaft. […]“
neue musikzeitung | Roland H. Dippel | 19. April 2026
„[…] Dass Annaberg-Buchholz mit seinem Eduard-von-Winterstein-Theater am Rande liegt, ist reine Geographie. Bezogen auf die Theaterlandschaft nicht nur Sachsens wäre diese Zuschreibung eine Täuschung. In Sachen Operette oder auch bei Ausgrabungen haben die Entdeckerlust von Intendant Moritz Gogg und die Professionalität seiner Truppe dem kleinen Theater längst seinen Platz mittendrin gesichert. Nach einer herzerwärmend packenden Wiederbegegnung mit Gerd Natschinskis „Freund Bunbury' macht das Haus nun mit der Deutschen Erstaufführung einer Opernnovität von sich reden. […] Richard Glöckner spielt diesmal nicht nur sein Charisma für den jungen, schönen Dorian voll aus. Ihm gelingt es im zweiten Teil auch, dessen innere Zerrüttung hinter der Fassade nach außen dringen zu lassen. Das ist ebenso beeindruckend wie die geradezu luxuriöse vokale Ausstattung aller kleineren Rollen. Dieter Klug hält am Pult der Erzgebirgischen Philharmonie Aue das beeindruckende Ensemble zusammen und sichert ihm seinen Raum auch dann, wenn die Musik aus dem Graben zulangt. Fürs neugierige Publikum und für Operndirektoren, die offen für Neues sind, ist Annaberg-Buchholz erneut eine Reise wert. […]“
Freie Presse | Joachim Lange | 20. April 2026
„[…] Vera Nemirovás tiefgründige Konzeption, Dieter Klugs erstklassige musikalische Leitung und die exzellenten Leistungen der ETO lieferten ein Paradebeispiel dafür, dass Kunst von europäischer Qualität auch außerhalb der etablierten Kunstzentren entstehen kann. […]“
„[…] Und obwohl dies in einer kleinen sächsischen Stadt und zudem in einem Genretheater geschah, das Opern nur sporadisch aufführte, stand die Produktion der „nationalen“ Produktion in musikalischer Hinsicht in nichts nach und war ihr in inszenatorischer Hinsicht weit voraus. […]“
OPERA Slovakia | Michaela Mojžišová | 22. April 2026
„[…] Es gibt viele intellektuell fähige Regisseure, aber nur wenige, die eine dramaturgische Intention handwerklich gekonnt auf die Bühne bringen können. Nemirova gehört zu diesen Schöpferinnen. […] In Annaberg-Buchholz umgab sie sich mit einem talentierten, gleichgesinnten Produktionsteam. […]“
„[…] In Titeldarsteller Richard Glöckner fand sie zudem den idealen körperlichen Typus – einen visuellen und ausdrucksstarken Prototyp eines schönen jungen Mannes, dessen Mimik, Gestik und Körperhaltung, obwohl er vor unseren Augen nicht alterte, den moralischen Verfall Dorian Grays eindrücklich widerspiegelten. […]“
„[…] Obwohl gute schauspielerische Leistungen im Musical-Operettentheater zu erwarten waren, muss ich zugeben, dass mich die Meisterschaft der musikalischen Inszenierung überrascht hat. […]“
OPERA Slovakia | Michaela Mojžišová | 22. April 2026
„[…] Das größte Erlebnis war jedoch die Aufführung der Erzgebergischen Philharmonie unter der Leitung von Musikdirektor Dieter Klug. Technisch absolut versiert, selbst mit reduzierter Besetzung, fing das klangvolle und farbenreiche Orchester die melancholischen Nuancen von Čekovskas Partitur perfekt ein und unterstrich eindrucksvoll den Kontrast zwischen „hoch“ und „tief“, komisch und tragisch, lyrisch und dramatisch. […]“
„[…] Das deutsche Publikum hat Dorian Gray mit echter Begeisterung aufgenommen. Möge diese positive Resonanz sich weltweit verbreiten und weitere Inszenierungen anregen. Čekovskas Werk hat dazu eindeutig das Potenzial. […]“
OPERA Slovakia | Michaela Mojžišová | 22. April 2026